Bunter Kreis Nord

Damit das Leben zu Hause gelingt - Wir bringen schwerkranke Kinder in ihre Familien

Bunter Kreis Nord

Der Bunter Kreis Nord - was ist das?

Der Bunte Kreis Nord ist eine gemeinsame Einrichtung für sozialmedizinische Nachsorge an der Klinik für Kinder- und Jugendmedizin in Heide und Neumünster.

Wir begleiten schwer kranke Kinder nach der Entlassung aus dem Krankenhaus nach Hause in den ambulanten Versorgungsbereich. Kinderintensivschwestern und Sozialpädagogen mit spezieller Weiterbildung zum Case Manager knüpfen mit den Eltern ein Netzwerk für weitere Behandlung und soziale Unterstützung. Sie sind Ansprechpartner für vielfältige Probleme, bieten in Hausbesuchen Informationen, Anleitung, Schulung, helfen bei der Bewältigung von Krisensituationen.

Mit der Gründung des "Bunten Kreises Nord" soll die Nachsorge für chronisch kranke und schwerstkranke Kinder nach dem Aufenthalt im Westküstenklinikum deutlich verbessert werden. Im Mittelpunkt steht dabei das Ziel, die Eltern bei dem oftmals schwierigen Übergang zwischen stationärer und ambulanter Versorgung zu unterstützen.
"Bei der sozialmedizinischen Nachsorge beziehen wir die ganze Familie des jungen Patienten mit ein. Wir wollen die Eltern anleiten und motivieren, das gesamte Paket der verordneten Therapien zu nutzen, um eine optimale ambulante Weiterversorgung sicher zu stellen", erläutert PD Dr. Christiane Seitz, Chefärztin der Kliniken für Kinder- und Jugendmedizin am Westküstenklinikum und am Friedrich-Ebert-Krankenhaus Neumünster.

Der "Bunte Kreis Nord" wird sich künftig vor allem um die Nachsorge von Früh- und Risikogeborenen kümmern, die mit schweren Krankheiten zur Welt gekommen sind. Betreut werden außerdem Kinder, die nach einer kinderchirurgischen oder intensivmedizinischen Behandlung - zum Beispiel nach einem Unfall oder einer Fehlbildung - einer speziellen Versorgung bedürfen. Dr. Seitz: "Je besser die Nachsorge organisiert ist, desto eher können stationäre Aufenthalte verkürzt, Behandlungserfolge abgesichert und weitere Krankenhauseinweisungen unter Umständen sogar ganz vermieden werden."

Die ärztliche Leitung des krankenhausübergreifenden Projekts hat Chefärztin Dr. Christiane Seitz übernommen. Engagiert sind darüber hinaus die pflegerischen Stationsleitungen sowie Psychologen, Ärzte, Seelsorger und Mitarbeiterinnen des Sozialdienstes. Außerdem wird eine Kinderkrankenschwester mit Case-Management-Weiterbildung eingestellt, die die Koordinierung der Einrichtung übernimmt. Die Mitarbeiter nutzen dabei die Räumlichkeiten und organisatorischen Gegebenheiten der beiden gut ausgerüsteten Standorte. Die Kosten sollen zukünftig von den Krankenkassen übernommen werden. Grundlage dafür ist allerdings eine ärztliche Verordnung, die Prüfung des Einzelfalles durch den Medizinischen Dienst der Krankenkassen (MdK) und die Arbeit der Nachsorgeeinrichtung nach den Kriterien der Rahmenvereinbarung mit den Spitzenverbänden der Kassen. Deswegen müssen spezielle Leistungen zunächst noch über Spenden finanziert werden, solange der bürokratische Weg noch "holprig" ist. Andererseits ist das Recht chronisch und schwerstkranker Kinder auf sozialmedizinische Nachsorge im Sozialgesetzbuch V inzwischen gesetzlich geregelt und festgeschrieben.

Die Gründung des "Bunten Kreises" erfolgt auf einer gesetzlichen Grundlage im Sozialgesetzbuch, das die Konzeption einer pädiatrischen Nachsorgeeinrichtung regelt. Darüber hinaus gibt es eine Rahmenvereinbarung mit den Spitzenverbänden der Krankenkassen, um die Grundfinanzierung der Stellen zu sichern.

Das Konzept "Bunter Kreis" als pädiatrisches Nachsorgemodell ist 1990 erstmals in Augsburg erprobt und seitdem ständig weiterentwickelt worden. Zurzeit gibt es bundesweit gut 30 Bunte Kreise, die nach diesem Modell arbeiten und in einem Qualitätsverbund zusammengeschlossen sind. Weitere Infos zum Thema sind im Internet unter der Adresse www.bunter-kreis-deutschland.de zu finden.


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